„5 Tage Exclusiv“ – Story – Tag 3

Alle guten Dinge sind Drei.

Nachdem ich euch schon erzählte, dass ich Morbus Crohn habe und diese Erkrankung mir in der Vergangenheit sehr große Schmerzen bereitete, dass ich bis vor 3 Jahren als Profisportlerin in der Sportfördergruppe der Bundeswehr angestellt war, nun MEINE SICHT der Geschichte, wieso zeitgleich meine Ehe scheiterte.

Ganz einfach – ich konnte mich selbst nicht lieben. Ich habe mich gehasst. Ich fühlte mich eklig, hässlich, wertlos, nutzlos.Wie soll man so Liebe empfangen? Gar nicht. Ich war verschlossen, hatte einen Panzer, den ich über 30Jahre täglich verstärkte.

Seit ich denken kann, hatte ich das Gefühl, dass ich nicht richtig bin.

Ich habe mich permanent anpassen müssen, um durchzukommen. Und wenn ich mal was sagte, haben mich meine Gegenüber selten so verstanden, wie ICH es meinte.

So stellte ich mich selbst immer mehr in Frage und habe irgendwann geschwiegen.

MEINE Meinung war nicht gewünscht – MEINE Meinung ist unangenehm!

Ich hatte wahnsinnige Schmerzen durch meine Krankheit, doch das erzählte ich keinem! Ich hatte gelernt, es spielt keine Rolle, wie krank Du bist, es spielt keine Rolle, was Du fühlst oder denkst, Du hast einen Job zu erledigen. Meiner war es Spitzenleistung zu erbringen. Daher schwieg ich. Ich hatte Angst, meinen Job zu verlieren, meinen Sport nicht mehr als Profi ausüben zu dürfen.

Kleine Neben-Story: Ich war von 2009 bis 2018 aufgeschnitten und habe an Wettkampftagen locker 8-10x meinen Verband wechseln müssen. Auch bin ich einmal 3 Tage nach einer Not-OP in den Flieger zu einer Europameisterschaft gestiegen. Ich wollte unbedingt an den Start. Den Trainern habe ich gesagt, es sei alles in Ordnung. Ich kann Schießen.

Ich wurde „nur“ 9. Ringgleich mit der Achten. Damals gab es noch Regelungen, da zählte, wer in der letzten Serie mehr Ringe hat, steht im Finale. Ich hatte hinten raus aber keine Körner mehr! So bekam ich einen Klaps von meinem Bundestrainer auf den Hinterkopf.

Meine Mannschaft gewann GOLD, meine Teamkollegin stand im Finale und daher interessierte es nicht wirklich jemanden, dass ICH meine Leistung nicht brachte. „Einer kam ja durch“. Aber ich war es nicht. Für mich war es eine riesige Niederlage. Ich konnte weder sehen noch akzeptieren, dass ich eigentlich überhaupt nicht leistungsfähig war. Und auch sonst fast keiner, da ich die Ernsthaftigkeit meiner Lage sehr gut verstecken konnte.

Meinen Schwerbehindertenausweis habe ich mit meinem Rausschmiss aus der Bundeswehr beantragt und bekommen. (Manchmal hör ich auf meinen Vater. 😉 Mit diesem Schrieb begann ich dann nach 10Jahren den Crohn anzunehmen und nicht mehr wegzusprechen.)

Zurück zur gescheiterten Ehe – ihr merkt, ich will ausweichen – Über Privates spricht man in unserer Gesellschaft nicht in der Öffentlichkeit! (Habt ihr auch solche Glaubenssätze? – Ich hab mir den nicht ausgedacht.)

ICH fühlte mich nicht geliebt, obwohl mein Exmann sein Bestes gab.

Es war nicht richtig für mich. Eines hatten wir gemeinsam, wir sprachen nicht über Gefühle, zumindest sprach er damals noch weniger als ich. Oder ich habe ihn nicht gehört.

Ich wollte aber Liebe spüren! Da habe ich mir in meiner puren Verzweiflung den Schmerz auch noch in Persona nach Hause geholt. (Das ist die nächste Geschichte.)

Unser Ehe-Motto war: „Wir kriegen das schon hin.“

(Ich hasse diesen Satz! Bin ich sofort getriggert.)

Was wir aber auf jeden Fall „hingekriegt“ haben, unsere Ehe ohne Rosenkrieg zu beenden. Wir haben ein gemeinsames Kind, dass wir sehr lieben und das verbindet uns – sowie die Leidenschaft zum Sport. Auch wenn ich aktuell überhaupt keinen Drang verspüre, einen Schießstand zu betreten, tauschen wir uns weiterhin sehr intensiv über das Thema aus und meine Meinung ist gefragt – das tut gut!

Ich bin sehr dankbar, dass wir so ein freundschaftliches Verhältnis haben und großartigen Patchwork mit unseren Partnern leben, quatschen und auch zusammen feiern können.

Wer schafft das schon?


Übung Tag 3:

Lege Deine Hände an die gegenüberliegenden Schultern (Umarme Dich selbst!)

Atme tief in deinen Brustkorb ein und spüre, wie sich auch dein Rücken mit Luft füllt und atme langsam wieder aus.

Wiederhole dies mindestens noch 2x und genieße die vielleicht ungewohnte Öffnung des Rückens.

Dann atme tief und langsam Ein

Und sprich laut zu Dir (doch zumindest in Gedanken!): „Ich bin gut, genauso wie ich bin!“

Und atme die Restluft aus. „Du bist gut, genauso wie Du bist!“ („Und ich bin es auch!“)

Veröffentlicht von Stefanie Thurmann

Ich habe endlich die schönen Dinge in meinem Leben erkannt. Es waren nicht die Medaillen und der Erfolg, meine Gesundheit ging immer mehr bergab. Singen war und ist mein Seelenheil, aber ich hatte keine Luft mehr. Dann habe ich meinen Atem wiedergefunden. Atmen können wir alle! Und das ist meine Mission. Du kannst Dich gesund und glücklich atmen! Probiere es aus! Es kostet Dich nur ein paar bewusste Atemzüge!

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