„5 Tage Exclusiv“ – Story – Tag 2

„Ich will nicht mehr!“

Einige von Euch dachten gestern vielleicht: „Die ist verrückt“ oder „Die gehört in die Klapse, wenn sie hier öffentlich macht, dass sie sich umbringen wollte“, aber vermutlich lesen diejenigen jetzt schon gar nicht mehr weiter.

Und alle anderen bitte ich, horcht mal in euch rein. Habt ihr nicht auch schon mal gedacht, „ich kann nicht mehr“, „ich will nicht mehr“?

Am 1.Mai, am 5. Geburtstag meines Sohnes, nachdem ich noch den Kindergeburtstag unter furchtbaren Schmerzen irgendwie durchgezogen hatte, mein Kind im Bett war, mich selbst ins Krankenhaus gefahren habe und erneut eine Not-OP bekam, da beschloss ich, erst wieder zu trainieren, wenn meine offenen Wunden zugewachsen sind.

Hier hatte ich den Gedanken, dass ich doch so nicht weiter machen kann, ich hätte fast den Geburtstag meines Kindes ruiniert. Das wollte ich nicht noch einmal riskieren. Ich wollte eine gute Mutter sein.

Ich war darauf vorbereitet – ich hatte es im Gespür – dass diese Entscheidung vielleicht das Ende meiner Sportkarriere bedeutet.

Ich war Profisportlerin und als ich nach 4 Monaten immer noch nicht einsatzfähig war, erfolgte die Konsequenz. Auch wenn ich 18Jahre für Deutschland viele Medaillen gewonnen hatte, es war nun Mal Profisport – ich war krank, also hat man mich aus der Nationalmannschaft entlassen. Als Folge verlor ich meinen Job, meine Stelle in der Sportfördergruppe der Bundeswehr.

Aber als es dann wirklich so eintrat, obwohl ich im Innern darauf vorbereitet war, konnte ich damit nicht umgehen.

Und mein Körper hat nochmal richtig einen draufgelegt, wieder Not-OP.

Doch Glück im Unglück (so sage ich heute), ein guter Freund hat ein Spezialisten-Team für mich gefunden (ja, ich war Profi, aber medizinische Versorgung existierte in meinen Augen nicht wirklich).

Es gab eine Behandlung, die Hoffnung versprach, aber einen künstlichen Darmausgang voraussetzte. Und nachdem ich erst ablehnte, habe ich mich dann doch dafür entschieden.

Und dann saß ich 14Tage später zu Hause, hatte Schmerzen, die nicht mehr aufhörten, körperlich und seelisch, mit einem Beutel am Bauch, wo ich reinkackte. Hört sich eklig an, kann man vielleicht schöner ausdrücken, aber genau so war es, das gehörte zu meinem Leben. Dieses Geräusch, dieses Gefühl, dieser pure Ekel vor mir selbst.

„Was soll ich hier noch?“ – ich hab keinen Job, bin krank und weiß auch gar nicht, wie es überhaupt gesundheitlich weiter gehen soll, meine Ehe war gescheiter (das ist ein anderes Thema).

Nichts hatte mehr einen Sinn. Ich hatte meine Krankheit Morbus Crohn nicht mehr im Griff, ich hatte in meinen Augen alles verloren, was mein Leben ausmachte, wofür ich mir im wahrsten Sinne des Wortes, über 20Jahre den Arsch aufgerissen hatte.

Ich konnte und wollte nicht mehr!

Alle Energie und Kraft hatte ich die letzten 10Jahre aufgebraucht.

Also habe ich mich langsam rangetastet, (man plant ja seinen Abgang, wann, wie, es soll ja auch nicht zu schmerzhaft für die Hinterbliebenen sein, bescheuert! – genau – im tiefsten Innern wollte ich nicht sterben, sonst hätte ich das sicher einfach durchgezogen, jedenfalls denk ich das rückblickend) . Ich habe meine Dosis der Schmerzmittel (auch Opiate) erhöht.

Und dann als ich so schön zugedröhnt war, rief mich mein Kind und wollte irgendwas von mir, aber ich konnte mich nicht bewegen.

Da traf es mich wie ein Blitz, ich war glasklar im Denken.

Ich schickte ihn zu meinem Exmann und hab einen riesen Heulkrampf bekommen.

„Wenn nicht für mich, dann für mein Kind.“

Das war doch der Grund, warum ich 5 Monate vorher sagte: „Ich will erst wieder trainieren, wenn ich ausgeheilt bin!“ Das hatte ich in meinem ganzen Leid vergessen!

Einfach vergessen! Doch nun wusste ich: „Ich krieg das schon irgendwie hin. Irgendwie!“

Die MUTTERLIEBE war MEINE Rettung.

Ich wusste, ich bin mehr, ich kann mehr. Ich hatte damals keine Worte, aber ich spürte das erste Mal wieder etwas anderes als Schmerz.


Übung Tag 2:

Schließ Deine Augen und nimm Deinen Atem einfach nur wahr.

Und NUN denke an einen geliebten Menschen oder an ein schönes Ereignis, welches Dir in Erinnerung ist.

Spüre, wie sich dein Atem anfühlt, wie er sich mit deinen Gedanken verändert.

Vielleicht atmest Du bemerkbar genüsslich tiefer ein, vielleicht geht dein Atem ruhiger, vielleicht hast Du ein Lächeln auf deinen Lippen?

Gedanken können unsere Stimmung verändern. Du kannst über deine Atmung feststellen, wie es Dir geht! Du kannst Deine Atmung verändern und somit auch Deine Stimmung 😊

Veränderung lebt von TUN.

Veröffentlicht von Stefanie Thurmann

Ich habe endlich die schönen Dinge in meinem Leben erkannt. Es waren nicht die Medaillen und der Erfolg, meine Gesundheit ging immer mehr bergab. Singen war und ist mein Seelenheil, aber ich hatte keine Luft mehr. Dann habe ich meinen Atem wiedergefunden. Atmen können wir alle! Und das ist meine Mission. Du kannst Dich gesund und glücklich atmen! Probiere es aus! Es kostet Dich nur ein paar bewusste Atemzüge!

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