Warum Wir „vergessen“ haben, richtig zu Atmen & Thema: „long-covid“

Ich hatte Freitagabend eine Eingebung, bedingt aus der Schulsituation meines Sohnes, ob es nicht sinnvoll wäre, das Thema Corona und long-covid mit als Erstes zu thematisieren. Aber dann war ich bis heute früh um 3Uhr dabei „meine Exclusiv-Story“ fertig zu stellen, denn heute wollte ich meinen Laptop zu lassen. Nach einem schönen gemeinsamen Frühstück nehme ich mir nun doch die Zeit für mich und für euch, da mich die Gedanken sonst nicht loslassen.

Mich schrieb gestern eine Leserin an, die long-covid Patientin ist und nicht wusste, ob sie hier richtig ist. Natürlich! Gerade Du! Sowie alle anderen, die an Atemwegerkrankungen leiden. Und ALLE, die es erst gar nicht wollen!

Ich werde heute keine Übungen erklären, sondern es wird nur eine „Vokabelliste“ geben.

Ihr findet damit dann z.B. auf youtube ganz sicher Erklärvideos.

Aber vorab noch ein paar Gedanken, warum wir vergessen haben richtig zu Atmen und warum immer mehr Menschen nach einer Corona-Infektion mit Langzeitfolgen kämpfen.

Faktor 1: Bewegung

Wir haben fast alle Bewegungsmangel. Ja, das muss uns bewusst sein! Bedingt aus unserem Freizeitverhalten, bedingt durch die Medien, die uns heute zur Verfügung stehen. Und auch Auto statt Fahrrad oder Öffis bzw. Fahrstuhl oder Rolltreppe statt Treppe.

Wie sieht es bei Dir aus? Und sei mal ganz ehrlich mit Dir selbst!

Ich lese jedenfalls auch lieber ein Buch in meiner Freizeit und ich nehme zu 75% die Rolltreppe, die ist ja auch da 😊

Doch das ist der Wandel der Zeit! Im 14.Jh. haben sich die Menschen sicher nicht mit dem Thema Bewegung beschäftigen müssen, oder was meint ihr?

Und wie sieht es bei unseren Kindern aus? Genauso und vielleicht noch schlimmer, Medien, Familienstrukturen (gibt es Geschwisterkinder, früher gab es Großfamilien, nehmen sich die Eltern Zeit z.B. draußen zu spielen), Leistungserwartungen (mehr lernen heißt: sitzen und büffeln), Kinderfeindliche Umgebung. Ohne Wertung! Doch es ist ein Unterschied, ob ich auf dem Dorf groß werde, mit Haus und Hof, oder in einem Betonklotz neben der Stadtautobahn. Und dann sind natürlich die Eltern gefragt.

Ich lebe in Berlin und habe kein Haus und Hof, denn darum geht es nicht. Viele Menschen verdienen zu wenig, für das was sie täglich arbeiten und leben dann da, wo sie es sich leisten können.

Doch ich sehe uns Eltern in der Verantwortung unseren Kindern die Bewegung in unserer „kinderfeindlichen Umgebung“ dann zu bieten. Und das heißt, die Eltern müssen obwohl sie müde und kaputt von der Arbeit „ihren Arsch hochkriegen“, damit die Kinder ausreichend Bewegung bekommen und z.B. auch nicht übergewichtig werden. Ein Kreislauf!

Faktor 2: Haltung

  • Büroarbeit
  • viel Sitzen
  • keine ergonomischen Möbel
  • einseitige Haltung, wenig Wechsel
  • Brustkorb verkürzt, Bauchmuskeln erschlafft, Rücken verspannt!!!
  • Wenig Pausen bei der Arbeit!

Faktor 3: Psyche

  • Sorgen, Trauer, Kummer, Ängste, Stress
  • Frage: Wie sehen solche Menschen aus?
  • Miniübung: „Versuch mal mit erhobenem Haupt zu Tode betrübt zu sein.“ (richtig, geht nicht!)

Faktor 4: Körperchemie

  • Ernährung: oft verschleimt, dass drückt aufs Zwerchfell (Info von einer Kollegin, die Säure-Basen Spezialistin ist)
  • Stoffwechsel: oft träge
  • Vergiftung: Umweltfaktoren oder Arbeitsgifte
  • Verschlackung: mangelnde Ausleitungskapazität

So ist es, oder??? Und keiner ist schuld, aber wir müssen uns unserer heutigen Zeit bewusst sein, damit wir verstehen können, was wir vergessen haben.

Und nun eine Liste, wo bereits Anzeichen von falscher Atmung sind:

  • Mangelnde, gar keine Nasenatmung
  • Mangelnde, fehlende Bauchatmung (z.B. auch extrem bei Jugendlichen zu sehen, die aufgrund Schönheitswahn permanent den Bauch einziehen)
  • Einschränkungen in der Brustkorböffnung
  • Einschränkungen im Bewegungsapparat
  • typisch sind Nacken-, Kopf- & RÜCKENSCHMERZEN
  • Abgehackte Bewegungen (nicht fließend)
  • Sprachstörungen, auch Lispeln
  • Hormonerkrankungen (Frauen meist mehr betroffen)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Schnarchen bis hin zu Schlafapnoe
  • usw….

Geschockt oder hast Du gewusst, wo sich dein Atem überall zeigt? Ich bin der Meinung, wir haben fast Alle vergessen, wie man richtig ATMET, aus obigen Gründen und aufgrund der ganzen Umwelteinflüsse, denen wir heute ausgesetzt sind. (Ich auch!) Wir denken, das ist alles normal so, weil wir so groß werden. Ich denke, dass ist es nicht und wir müssen etwas verändern um gesund zu bleiben! Wir sind anatomisch die gleichen Menschen wie vor 2000Jahren. (Den Gedanken lass ich so stehen.)

Und dann kam Corona obendrauf.

Solltest Du eine der obigen Defizite bereits gehabt haben, aber es war Dir nicht bewusst, kämpfst Du nun wahrscheinlich mit Langzeitfolgen (long-covid).

Du brauchst nicht und nichts zu werten! Keiner hat etwas falsch gemacht. Wir tun immer unser Bestes im Leben und wir lernen täglich dazu. Und NUN hast Du die Chance, da Du weißt, was Du VERGESSEN hast, es zu verändern!

Und ich erinnere Dich daran – an Deine Atmung – die Du NUR VERGESSEN hast!

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, ersetze ich die Vokabelliste für die Übungen durch einen Link zu einem Flyer, den ich zufällig im Netz gefunden habe. Die Atemtherapeuten haben sich viel Mühe gegeben und Übungen für ihre Patienten niedergeschrieben, die zu Hause anwendbar sind.

Das sind Basics, die ihr erstmal nutzen könnt. Ich erfinde das Rad ja auch nicht neu! Übrigens sind das auch alles Übungen, die bei allen COPD-Erkrankungen eingesetzt werden und bei jedem mit Atemschwierigkeiten einen positiven Nutzen bringen!

Flyer: Atemvolumina SARS-CoV-2 vom Vivantes Klinikum Berlin

Hier noch mein Klugscheißerspruch: „LESEN reicht NICHT – Du musst es auch TUN“

long-covid ist eine Krankheit! Angst, Wut, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit sind in dieser Lage völlig normal! Ihr habt den Stempel „genesen“ und trotzdem geht nichts wie vorher und es geht euch schlecht und das nicht nur körperlich!

So wie nach einem Beinbruch Physiotherapie verschrieben wird, müsste in meinen Augen nach einer Covid-Erkrankung Atemtherapie verschrieben werden.

Leider habe ich keinen Einfluss auf das System, aber ich bin zuversichtlich!

Solltet ihr Fragen haben kontaktiert mich.

Veröffentlicht von Stefanie Thurmann

Ich habe endlich die schönen Dinge in meinem Leben erkannt. Es waren nicht die Medaillen und der Erfolg, meine Gesundheit ging immer mehr bergab. Singen war und ist mein Seelenheil, aber ich hatte keine Luft mehr. Dann habe ich meinen Atem wiedergefunden. Atmen können wir alle! Und das ist meine Mission. Du kannst Dich gesund und glücklich atmen! Probiere es aus! Es kostet Dich nur ein paar bewusste Atemzüge!

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